Alle warten darauf, dass du strahlst. Und du sitzt da, hältst den positiven Test in der Hand und fühlst vor allem eines: Angst.
- Keine Vorfreude zu spüren ist häufiger, als du denkst, und sagt nichts über dich als Mutter.
- Es gibt konkrete Gründe dafür, von einer schweren Vorgeschichte bis zu starker Übelkeit.
- „Sei doch froh“ macht es schlimmer, weil zur Angst noch die Scham dazukommt.
- Die Bindung zum Kind darf langsam wachsen, manchmal erst nach der Geburt.
Es gibt wenige Dinge, über die so wenig gesprochen wird wie über eine Schwangerschaft, die sich nicht schön anfühlt. Dabei ist sie häufiger, als du denkst. Viele Frauen, die zu mir kommen, sagen mir denselben Satz, und sie sagen ihn leise, als wäre er verboten.
Wenn du diesen Satz kennst, bist du damit nicht allein und du bist damit auch nicht falsch. Gefühle lassen sich nicht bestellen, und Vorfreude schon gar nicht.
Warum die Freude ausbleiben kann
Dafür gibt es Gründe, und keiner davon sagt etwas darüber aus, was für eine Mutter du sein wirst.
- Du hast eine schwere Schwangerschaft hinter dir und die Erinnerung daran belastet dich noch.
- Du hast einen Verlust erlebt und traust dich nicht, dich zu binden.
- Dir ist so übel, dass für andere Gefühle schlicht kein Platz bleibt.
- Die Schwangerschaft kam zu einem Zeitpunkt, an dem gerade schon zu viel los war.
- Du hast Angst davor, wer du als Mutter sein wirst und was du dabei verlierst.
Was nicht hilft
Gut gemeinte Sätze wie „Sei doch froh, andere hätten gern dein Problem“ machen es schlimmer. Sie sagen dir, dass dein Gefühl nicht sein darf, und dann fügst du zu der Angst noch die Scham hinzu. Was auch nicht hilft: darauf zu warten, dass es von selbst besser wird, weil du im zweiten Trimester bist.
Was tatsächlich hilft
- Das Gefühl benennen dürfen. Einmal laut aussprechen, ohne dass jemand widerspricht.
- Die Bindung nicht erzwingen. Sie darf langsam wachsen, manchmal erst nach der Geburt.
- Den Körper mitnehmen. Kurze Übungen, die dich in den Moment zurückholen, wenn die Gedanken kreisen.
- Realistisch planen. Nicht die perfekte Schwangerschaft, sondern die machbare.
Mehr dazu, wie eine Begleitung in einer belastenden Schwangerschaft aussehen kann, findest du auf der Themenseite.
Du musst deine Gefühle nicht sortiert haben, bevor du dich meldest. Genau dafür ist das Gespräch da.
Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Wenn es dir sehr schlecht geht, wende dich bitte an deine Ärztin, deine Hebamme oder in einer Krise an die Dargebotene Hand unter Telefon 143.
Fachinformationen zur Einordnung: Periparto: Postpartale Depression. Quellen geprüft am 10. September 2026. Die Einordnung auf dieser Seite ersetzt keine medizinische Beurteilung.





